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Woher hat unsere Schule ihren Namen?

Wo ist das Foto?Ludwig Dürr wurde am 4. Juni 1878 in Stuttgart, Militärstraße 102 als 3. Kind der Weingärtnerseheleute Paul Dürr und Johanna, geb. Dill geboren. Er hatte noch 5 Brüder und 2 Schwestern. Die Eltern verstarben im Jahre 1902.

Ludwig Dürr besuchte die Bürgerschule – nachmalige Schlossrealschule in Stuttgart. Nach einer dreijährigen Lehre als Mechaniker besuchte er die der Königlichen Baugewerkschule angeschlossene höhere Maschinenbauschule in Stuttgart. Nach seinem Studium war er bis 1897 in den technischen Büros der königlichen Eisenbahninspektion in Aalen/Württemberg angestellt. Dann galt es sein Einjährig-Freiwilligenjahr abzudienen. Er trat am 1. Januar 1898 bei der Marine als Maschinistenapplikant in Wilhelmshaven bei der 2. Werftdivision ein. Am 31. Dezember 1898 wurde er wieder entlassen. Hier kam die entscheidende Wendung in Ludwig Dürrs Leben, er fand den Weg zu Graf Zeppelin und wurde am 15. Januar 1899 in dessen Konstruktionsbüro nach Stuttgart berufen. Hier hatte Ludwig Dürr Gelegenheit die Konstruktion der Zeppelinluftschiffe kennen zu lernen, für welche er selbst, ab dem LZ 2 als Chefkonstrukteur für Konstruktion und Bau verantwortlich war. Im Sommer 1899 absolvierte Dürr das letzte Semester der königlichen Maschinenbauschule mit anschließender Abschlussprüfung. Umgehend nahm er wieder die Arbeit für den Grafen Zeppelin auf, welcher mittlerweile seinen Standort nach Friedrichshafen verlegt hatte. Nachdem die Firma mangels Geld am 15. November 1900 aufgelöst wurde, blieb Ludwig Dürr als alleiniger Mitarbeiter bei Graf von Zeppelin. Am Manzeller Bodenseeufer errichtete Dürr sodann eigene Werkstatt-, Büro- und Versuchsbaracken. Hier entwickelte er unter einfachsten Verhältnissen bis zu dem 1904 beginnenden Bau des zweiten Luftschiffes die noch heute gültigen Bauelemente für die Leichtmetall-Konstruktion von Luftfahrzeugen. Sein hervorragendster Konstruktionserfolg war der so genannte Dreiecksträger aus Leichtmetall, der für sämtliche Zeppeline das wichtigste Bauelement wurde, der knick- und biegefest überhaupt solch große Konstruktionen zuließ, wie es die Zeppeline darstellten. Am 8. Juli 1913 wurde Ludwig Dürr vom Grafen Zeppelin zum technischen Direktor der zwischenzeitlich entstanden Firma "Luftschiffbau Zeppelin" ernannt.

Wo ist das Foto?? Am 19. Juli 1923 verheiratete sich Ludwig Dürr mit Lydia Beck. Der Ehe entstammten zwei Töchter und zwei Söhne. Ludwig Dürr verfeinerte noch viele technische Elemente in der Luftschifffahrt. Selbst nach dem die letzten Luftschiffe auf Befehl des damaligen Reichsluftfahrtsministeriums vernichtet werden mussten, blieb er der Firma treu, wendete sich anderen Konstruktionsaufgaben innerhalb der "Luftschiffbau Zeppelin GmbH" zu, bis die Firma 1945 durch die Alliierten zwangsliquidiert wurde. Karl Stahl, ein enger Mitarbeiter Ludwig Dürrs charakterisiert ihn mit folgender Umschreibung:

".. Ludwig Dürr war eine genial veranlagte auf praktisch sämtlichen Gebieten der Technik und des täglichen Lebens bewanderte, auch in Not und Gefahr stets klar sehende und trotz vieler äußeren Ehrungen gleich bleibende bescheidene Persönlichkeit. Er hatte die Gabe sich in allen oft ausweglos erscheinenden Lagen auf die gestellte Aufgabe zu konzentrieren, ohne sich durch Nebensachen, Illusionen etc. verwirren zu lassen.

Er war äußerst sparsam und solide, finanzielle Risiken einzugehen war für ihn völlig ausgeschlossen. Untergebenen, die sein Vertrauen genossen, hielt er ebenso wie seinen Freunden die Treue bis zum Äußersten.

Dürr war ein vorbildlicher Familienvater, geborener Gärtner und Obstzüchter.. Er war ein sangesfroher, gemütlicher Gesellschafter und niemals Spielverderber. Auch seine Tierliebe, wenn irgend möglich war er von seinem Hund begleitet, zeugte von seinem ausgezeichneten Charakter. Und niemals, dies sei hier noch besonders betont, hat er sich ungünstig über seine Mitmenschen geäußert. Lieber schwieg er sich aus und viel zu sprechen lag ihm in keiner Situation......"

Ein gutes Vorbild für uns alle!

Ludwig Dürr konnte viele Ehrungen und Auszeichnungen erfahren.
Er erhielt hohe Orden und Medaillen und das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik. Dürr wurde zum Ehrendoktor der Technischen Hochschulen und Universitäten Stuttgart, Tübingen, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe und Graz ernannt. Er wurde Ehrenbürger der Städte Stuttgart-Echterdingen und Friedrichshafen. In vielen Städten wurden Gebäude und Straßen nach ihm benannt. Selbst die hochalpine Verbindung zwischen der Friedrichshafener und der Darmstädter Hütte im Ferwall-Gebirge (Dürr war ein begnadeter Bergsteiger und Wanderfreund) wurde, weil von ihm selbst festgelegt, Ludwig-Dürr-Weg benannt.

Am Neujahrsabend 1956 verstarb Ludwig Dürr in seinem 78. Lebensjahr. Wir alle, Lehrer, Schüler und Eltern sind froh, dass für die Namensgebung unserer Schule ein solch großes Vorbild gewählt wurde.

Helmut Wild
Rektor a.D.

Quellen:
LZ-Archiv der Luftschiffbau-Zeppelin GmbH.
Manfred Sauter

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